Neue Perspektiven für die Jugend im Westen Guatemalas

  • Land: Guatemala
    Projektnummer: G-19-834
    Sektor: Menschenrechte - Zivilgesellschaft
    DAC-Code: 15150
    Laufzeit Beginn: 01.01.2019
    Laufzeit Ende: 31.12.2022
    Partnerorganisation(en):
    (1) Asociación COLECTIVO NO'J
    Projektbetrag: 284.000,00 €
    Finanzierung durch: OEZA, DKA
    Querschnittsthema Gender: allgemein relevant
    Querschnittsthema Umwelt: allgemein relevant
    Programmkoordination: Diego Santos
    Lokale Koordination: Imelda Sajquim Pac

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Partnerorganisation

Unsere Partnerorganisation Colectivo No’j – COL-NO’J arbeitet im Westen Guatemalas mit Kindern und Jugendlichen, sowie Frauen aus ländlichen Gebieten und indigener Herkunft. COL-NO’J widmet sich einer ganzheitlich, wertschätzenden und ethischen Erziehung. Jedes Jahr organisiert COL-NO’J unter anderem das „Festival Internacional de Educación para la Vida“, ein Vernetzungstreffen mit Workshops für Personen die im Bildungsbereich tätig sind. Zudem ist die Organisation mit der Universität San Carlos und BäuerInnen Verbänden der Region gut vernetzt.

Projektziel und Zielgruppen

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu SDG 10.2 „Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern“. Das konkrete Ziel der Projektintervention ist die Stärkung von jugendlichen Führungskräften im Westen Guatemalas, vor allem hinsichtlich ihrer technischen und methodischen Fähigkeiten zur Einflussnahme bei Behörden und der Gesellschaft im Allgemeinen. Dadurch soll das Projekt zur Schaffung von neuen Möglichkeiten und Perspektiven für Jugendliche und junge Erwachsene in Guatemala beitragen. Direkte Zielgruppe sind ca. 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene (600 Frauen, 400 Männer) im Alter von 14-30 Jahren, ruraler und indigener Abstammung. Ungefähr 20 000 Personen aus dem Einflussgebiet des Projektes werden indirekt begünstigt, wie etwa andere Jugendorganisationen und Menschen der Gemeinden, sowie Familienangehörige der Jugendlichen die direkt vom Projekt betreut werden.

Hintergrundinformationen

Guatemala als eines der am Stärksten von Armut betroffenen Länder mit der höchsten Ernährungsunsicherheit in ganz Lateinamerika ein. Dies ist auf das niedrige Einkommen, die geringe Fähigkeit zur Nahrungsmittelerzeugung, das hohe Maß an Unterernährung und das hohe Risiko durch Klimaereignisse zurückzuführen. Der Armutsanteil in der Bevölkerung liegt bei fast 60%. In den ländlichen und indigenen Gebieten, wo mehr als drei Viertel der Bevölkerung in Armut lebt, ist die Situation besonders drastisch. Bäuerliche Familienbetriebe haben zudem mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Fehlender Zugang zu Land und Landnahme (‚Land Grabbing‘) beeinträchtigen die Familienbetriebe stark, da sich Monokulturen (Zuckerrohr, Ölpalme, Kautschuk, Teak) ausbreiten und Ländereien einnehmen, die ursprünglich der Produktion von Nahrungsmitteln dienen sollten. Angesichts dieser Situation ist es unabdingbar, dass man die strategische Rolle der bäuerlichen Familienbetriebe als Alternative zur Ernährungskrise die das Land bedroht, anerkennt und günstige Bedingungen für ihre Entwicklung schafft.

Erwartete Ergebnisse

Den Jugendlichen werden Fähigkeiten vermittelt, um ihre Aktionsräume zu analysieren, das Potential ihrer Herkunftskulturen zu erforschen, erlernte Kenntnisse weiter zu geben, sich zu organisieren und ihre Umwelt zu beeinflussen. Zunächst wird mit 110 Jugendlichen eine Baseline-Studie durchgeführt um Daten zur aktuellen Situation, den Praktiken und Einstellungen der gemeinschaftlich organisierten Jugend und der sich in Ausbildung befindenden jugendlichen PromotorInnen zu erheben und Veränderungen messen zu können. In Schulungen und Kursen werden 60 TeilnehmerInnen in ludopädagogische Methoden zur Vermittlung von Menschenrechten geschult, diese geben ihr Wissen an ca. 500 Jugendliche in Follow-up Workshops weiter. 60 Jugendliche werden in partizipative Forschung, deren Aufbereitung und Museologie geschult. Bei regionalen Jugendtreffen (90 TeilnehmerInnen pro Jahr) und dem internationalen Festival zum Thema Bildung für das Leben (250 TeilnehmerInnen pro Jahr), sollen Strategien diskutiert und soziale Umwandlungsprozesse untermauert werden. Organisationen von jugendlichen Führungspersonen werden gestärkt, indem die lokalen Fortbildungsteams in Workshops gemeinsam Aktivitäten planen und reflektieren, Kurse aktualisieren und die Jugendlichen vor Ort begleiten. Insgesamt werden 30 jugendliche PromotorInnen (16 Frauen, 14 Männer) ihre pädagogischen Fähigkeiten vertiefen und werden laufend beraten und begleitet. Zwischen den Organisationen wird es Reflexionsworkshops zu unterschiedlichen Themen im Bereich Menschenrechte, Jugendrechte und Rechte indigener Völker geben.