Familien- und gemeinschaftliche Landwirtschaft in Quiché, Guatemala

  • Land: Guatemala
    Projektnummer: G-19-832
    Sektor: Ländliche Entwicklung - Management natürlicher Ressourcen
    DAC-Code: 31120
    Laufzeit Beginn: 01.01.2019
    Laufzeit Ende: 31.12.2022
    Partnerorganisation(en):
    (1) Pastoral Social Diócesis de Quiché (PSQ)
    Projektbetrag: 221.000,00 €
    Finanzierung durch: OEZA, DKA
    Querschnittsthema Gender: allgemein relevant
    Querschnittsthema Umwelt: spezifisch relevant
    Programmkoordination: Diego Santos
    Lokale Koordination: Imelda Sajquim Pac

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Partnerorganisation

Unsere Partnerorganisation Pastoral Social – Diócesis de Quiché – PSQ ist eine kirchliche Institution die durch soziale Erziehung und technische Weiterbildung einen Beitrag zu besseren Lebensbedingungen der Bevölkerung von Quiché in Guatemala leistet.

Projektziel und Zielgruppen

Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels in Guatemala ist es wichtig, die Böden und deren Fruchtbarkeit zu erhalten damit die Lebensmittelproduktion auch in Zukunft gesichert ist. Durch das Projekt werden die Kapazitäten der kleinbäuerlichen Gemeinschaften hinsichtlich Diversifizierung, Bodenerhaltung und Anwendung biologischer, agroökologischer Produktion gestärkt. Auf diese Weise wird ein Beitrag zur Ernährungssicherheit und -Souveränität der ländlichen Bevölkerung geleistet. Dieses Projekt unterstützt 420 Familien (2.100 Personen davon 1.000 Frauen) darunter 81 agroökologische Promotoren/Innen. Indirekte Zielgruppe sind 21.000 Menschen, darunter Männer, Frauen, Kinder, die mit den Mitgliedern der agroökologischen Gruppen verwandt sind und die eine wichtige Rolle in ihren jeweiligen Funktionen spielen. Die durch das Projekt begünstigten Familien sind indigene Kleinbauern/bäuerinnen des K´iche und Pocomchí Volkes aus den Gemeinden Chichicastenango, Chiché, Santa Cruz del Quiché, San Bartolomé Jocotenango und San Pedro Jocopilas im Departement Quiché, Guatemala.

Hintergrundinformationen

Guatemala ist eines der am stärksten von Armut und Ernährungsunsicherheit betroffenen Länder in ganz Lateinamerika. Dies ist auf die extremen Ungleichheiten in der Gesellschaft, die limitierten Kapazitäten der kleinbäuerlichen Familien im Bereich der Nahrungsmittelerzeugung, das hohe Maß an Unterernährung und das hohe Risiko durch Klimaereignisse zurückzuführen. Der Armutsanteil in der Bevölkerung liegt bei 50%. In den ländlichen und indigenen Gebieten, wo drei Viertel der Bevölkerung in Armut lebt, ist die Situation besonders drastisch. Bäuerliche Familienbetriebe haben zudem mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Fehlender Zugang zu Land und Landnahme (‚Land Grabbing‘) beeinträchtigen die Familienbetriebe stark, da sich Monokulturen (Zuckerrohr, Ölpalme, Kautschuk, Teak) ausbreiten und Ländereien einnehmen, die ursprünglich der Produktion von Nahrungsmitteln dienen sollten. Angesichts dieser Situation ist es unabdingbar, die strategische Rolle der bäuerlichen Familienbetriebe als Alternative zur Ernährungskrise die das Land bedroht, anzuerkennen und günstige Bedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen.

Erwartete Ergebnisse

Durch eine bessere Gemüseproduktion, die auf Agroökologie statt auf Chemie setzt, mit der Zucht und dem Konsum von einheimischem Geflügel und Pelibuey sowie mittels einer Optimierung der Produktion von Grundgetreide, sollen der Bevölkerung qualitativ höhere Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, sowie die wirtschaftliche Situation der Familien durch Diversifizierung ihrer Produktpallette verbessert werden. Die agroökologische Fortbildung wird in Form einer mobilen Schule für Kleinbauern/bäuerinnen durchgeführt. 81 PromotorInnen werden fachlich betreut um Impulse für agroökologische Landwirtschaft zu setzen. Insgesamt erhalten 28 Gemeindegruppen durch jeweils 3 PromotorInnen personelle und methodische Unterstützung beim Aufbau ihrer Produktionseinheiten (Vogelfarmen, Pelibuey, Pilzproduktion und zum Thema Nahrungsmittelverarbeitung) und es werden ihnen die notwendigen Einsatzmaterialien zur Verfügung gestellt (Gewächshäuser, Makrotunnel, Tropfbewässerungssysteme usw.). Die Einrichtung von Beispielsparzellen dient zu Lernzwecken, zur Nachahmung und Förderung des agroökologischen Produktionsansatzes. Ein wichtiger methodologischer Aspekt des Wissenstransfers ist der erfolgreiche Austausch von agroökologischen Erfahrungen unter den PromotorInnen in Rahmen der Aktivitäten der Plataforma Agroecológica (Netzwerk von landwirtschaftlicher PromotorInnen der Landpastoralen der Diözesen des Hochlands von Guatemala). Des Weiteren soll das Wissen der landwirtschaftlichen Promotoren/Innen vertieft werden, um die Kapazitäten in den Gemeinden auszubauen. Für die Förderung und Sensibilisierung über agroökologische Methoden werden ´, unter anderem, in jeder der 5 vom Projekt betreuten Munizipien, 2 Messen für agroökologische Produkte im Jahr veranstaltet.